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Vieles gibt es zu sehen, vieles zu tun, doch zu wenig Zeit dafür. Wenn die Ideen schon nicht verwirklicht werden können, sollen sie wenigstens einen eigenen Ort zum Ruhen bekommen

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Sonntag, März 28, 2010

Filesharing wie Schwarzfahren?

Ich kann nicht verstehen, warum Filesharer immer wieder so hart bestraft werden und Regierungen nun immer häufiger Versuchen mit dem Holzhammer gegen Tauschbörsennutzer vorzugehen. Ich finde das Filsharing im Grunde viel mehr mit Schwarzfahren gemeinsam hat, als einem Raubüberfall. Analog zu einem Three Strikes Modell wird einem ja auch nicht die Fortbewegung im öffentlichen Verkehr verboten, nur weil man drei mal beim Schwarzfahren erwischt wurde. Nein, man erhält die ersten Male eine angemessene Geldstrafe und beim dritten Mal eine Anzeige. Dieses Vorgehen sollte für illegales Musikrunterladen Modell stehen. Schwarzfahren ist auf diese Weise einigermaßen kontrollierbar, aber 100% wird man solche Aktivitäten vermutlich nie unterbinden können. Daher wäre dies ein akzeptierbarer Kompromiss.

Es muss allerdings erwähnt werden, dass die Abschreckungswirkung hier eine wichtige Rolle spielt. Wenn man täglich erlebt, wie andere beim Schwarzfahren erwischt werden, bzw. man selbst kontrolliert wird, steigt die subjektiv empfundene Gefahr erwischt zu werden und damit das regelkonforme Verhalten. Hier stellt uns das Internet vor eine Herausforderung. Wie kann man im Internet das Gefühl erwecken, das
  1. Kontrollen stattfinden und auch
  2. immer wieder Filesharer erwischt werden?
Im Moment wird nur der zweite Weg eingeschlagen und die Musikindustrie versucht mit horrenden Strafen für wenige Unglückliche abschreckend zu wirken. Größtenteils erfolglos. Vielleicht ist ein wichtiger Faktor, dass die erwischten Opfer in überhaupt keiner Beziehung zu den anderen Filesharern stehen. Eine größere Wirkung würde sicherlich erzielt, wenn Bekannte oder Nachbarn bzw. einfach Leute aus dem persönlichen Umfeld erwischt würden. Die Relevanz für den Einzelnen wäre hier sicherlich höher. Auf diese Weise könnten auch kleine Strafen zu einer guten Abschreckungswirkung führen.

Der andere Weg, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Kontrollen stattfinden und man z.B. auch einmal nicht erwischt wurde, weil man seine Musik gekauft hat ist vermutlich im Internet schwer umsetzbar - zumindest fällt mir da spontan keine Möglichkeit ein. Doch allein die realistisch dimensionierten Geldstrafen mit der Gefahr einer Anzeige im näheren sozialen Umfeld des Einzelnen würden sicherlich schon sehr effektiv sein.

Es ist technisch durchaus möglich Filesharer relativ leicht zu ermitteln. Wenn diese Möglichkeiten genutzt werden würden, um ein faires Bestrafungssystem für illegales Downloaden im Internet umzusetzen würde sicherlich mehr regelkonformes Verhalten erreicht werden und weniger Nutzer würden zu Unrecht kriminalisiert.

Also, nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen und unrechtmäßiges Downloaden einfach mal wie Schwarzfahren betrachten!